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Die Grausamen aus der Rock-Garage
The Cruels haben sich nach 47 Jahren wieder zusammengerottet – Die Band tritt am 03.11.2012 in Bad Neustadt bei „Die Wilde 60er Party“ auf.




Foto: Bauch

The Cruels –im gesetzten Alter: So spielen sie auf bei
der Wilden 60er Party n Bad Neustadt (von links)
Norbert Weinmann, Wilbert Limley, Erich Schneider,
Heinz Nicolai, Manni Springmeyer und Werner Bauch.
Die Frage lautet nicht: Kennen Sie noch The Cruels?

Sondern: Kriegt man überhaupt noch Karten für deren Auftritt bei „Die Wilden 60er Part II und die bunten 70er“ am 3. November in der Neustädter Stadthalle? Antwort: Yeah!
Denn die Anfragen – gerade zu den Cruels – kamen praktisch aus allen Himmelsrichtungen. Beispielsweise von Gustl Holzheimer, einst Discjockey der berühmten Wollbacher Baum-Disco, oder Carl H. Henkel, der gar aus München Tickets für die Party orderte. Kein Wunder, denn The Cruels waren in den Sechzigern der Hit in und um Bad Kissingen. Aufgetreten sind sie in der Domino-Bar, dem Saalbau, beim Karch in Ebenhausen, Reiterswiesen, im Schweinfurter Rückert-Bau, als Ball-Band der Tanzschule Gress oder im Lauertal in Maßbach.

Saalschlacht beim Auftritt


„Dort gab's 1967 bei unserem Auftritt 'ne brutale Saalschlacht. Ich musste mich vor fliegenden Biergläsern hinter dem Verstärker verschanzen“, erinnert sich Werner Bauch, in der Musik-Szene besser bekannt als „Lupo“. Er war 1963 dabei, als sich die Band aus Schulkollegen gegründet hatte: Frontman war Heinz Nicolai (Nico) aus Nüdlingen, Leadgitarrist Manfred (Manni) Springmeyer, den es über Holland nach Aachen verschlagen hat, Rhythmusgitarrist Wilbert (Limes) Limley, der mittlerweile in Berlin wohnt, Bassist Werner (Lupo) Bauch, der über seinen Bank-Beruf nach Herschfeld kam, Keyboarder Norbert (Nobby) Weinmann, der bei Siemens beruflich in Nürnberg, Portugal, Brasilien und Tschechien tätig war, wohnt jetzt an der Ostsee, und Erich (Fiffi) Schneider an den Drums.

Der Garitzer räumte unlängst seine Garage aus. Dort trafen sich die Cruels nach 47 Jahren erstmals wieder, um ihrer heimlichen Profession zu frönen – so wie damals, als sie mit alten Verstärkern aus der Musikbox und einzelnen Lautsprechern die ersten Versuche auf der elektrischen Gitarre und Bass unternommen hatten. „Das Schlagzeug bestand aus Eimern und Kartons und es wurden die ersten Songs von Little Richard, Bill Haley, Chuck Berry und anderen Größen der Rockgeschichte geklopft“, erinnert sich Bauch. „Das klingt ja grausam!“, soll einer nach den Proben gesagt haben – und schon war der Band-Name geboren!

Nach und nach schafften sie sich bei Halbig in Hambach oder Geiling in Kleinwenkheim auf Pump eine Gesangsanlage mit Boxen sowie Mikrofone und ein Schlagzeug an; und vor allem bessere Gitarren.


Inspiriert von Beatles, Stones & Co

Sie coverten Beatles, Kinks, Searchers. „Das waren unsere großen Vorbilder. Die Starclub-Zeit in Hamburg und der Cavern-Club revolutionierten auch unsere Musikrichtung. Rolling Stones, Animals, Casey Jones & the Governors, Beach Boys und Jimi Hendrix wurden zum Missfallen unserer Eltern zu den ganz großen Vorbildern“, so Bauch. Die Schülerband – sie musste vom Gemüsehändler Mönch und Gustl Großmann gefahren werden, da sie selbst nur Fahrräder und Mopeds hatten – spielte gar als Vorgruppe der Lords.

Ende der 60er Jahre hatten sich ihre Wege aus unterschiedlichen Gründen getrennt. Die Kissinger Musiker verloren sich gänzlich aus den Augen. Erst als Peter Volkheimer, Spiritus Rector der Eventreihe „Die wilden 60er“, nach der Band fragte, wurde die alte Truppe wieder zusammengetrommelt. Und dabei fanden sie auch tschaly, ihren ehemaligen Band-Manager. Statt wie damals Plakate zu kleben, hat er schnell eine Homepage ins Netz gestellt ( www.cruels.de ).


Immer noch Musik im Blut.

Mittlerweile leben alle wieder in Deutschland – gut verteilt von der Ostsee bis in Bayerns Süden. Und sind ein wenig gesetzter geworden. Aber die Musik im Blut pocht noch immer. Das bewiesen sie nach ihrer ersten Probe unlängst in der Bad Kissinger Eule. „Es ist offensichtlich ganz gut gelaufen, die Kneipe hat sich nicht geleert, als wir spielten!“, lacht Bauch.

Er freut sich mit seinen Kumpels auf das Revival in Bad Neustadt. „Bislang haben wir die Herausforderung geschafft, alle wieder zu vereinen, einen Proberaum zu finden und viele Kilometer Fahrt auf uns zu nehmen. „Dann werden wir in der alten Besetzung auch unseren junggebliebenen Fans wieder mächtig einheizen in der Bad Neustädter Stadthalle“, verspricht der Herschfelder.

Karten für „Die Wilden 60er Party und die bunten 70er“ am Samstag, 3. November, in der Bad Neustädter Stadthalle gibt es in den Main-Post-Geschäftsstellen Bad Königshofen, Mellrichstadt, Bad Neustadt und Bad Kissingen sowie bei Lotto Arnold in Neustadt und bei Eisen Krais Münnerstadt. Der Erlös kommt der Main-Post-Aktion Patenkind zugute.

 
Von unserem Redaktionsmitglied (MainPost) Michael Nöth


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